Epfenbach (oh)
Die Nachbarschaftshilfe wird in Epfenbach großgeschrieben und zeigte auf, dass es sich um eine Marktlücke gehandelt hat.
Das zeigte die riesige Resonanz von ca. 40 Besucherinnen und Besuchern im Bürgersaal des Rathauses bei der Auftaktveranstaltung. Nachdem der ökumenische Krankenpflegeverband etwas in die Jahre gekommen war wurde als Nachfolgeorganisation die „Nachbarschaftshilfe“ vorgestellt.
Nach den einleitenden Worten gab Bürgermeister Pascal Wasow das Wort an Andreas Brizzi. Der ehemalige Epfenbacher ist nach 20 Jahren, in denen er in Frankfurt und im Taunus wohnte, mit seiner Familie im Jahr 2023 wieder in seinem Heimatort zurückgekehrt. Vor acht Jahren war bereits die Idee zu einer solchen Aktion entstanden, als er noch in Frankfurt lebte. „Der Nachbar hatte Brötchen geholt und hinterher gesagt, ich hätte dir auch was mitbringen können“ meinte er. Auch in Epfenbach gäbe es diesbezüglich Bedarf und er habe in den vergangenen beiden Jahren an einem Konzept gebastelt, das er im Rathaus vorstellte.
Bürgermeister Wasow war hierfür im vergangenen Dezember sofort Feuer und Flamme. „Es ist alles ehrenamtlich gelaufen und wir haben den richtigen Mann am richtigen Ort gefunden“ meinte Wasow.
Herausgekommen ist eine App mit dem Namen „helpzz“, die Brizzi vorstellte. Die Idee sei es, sie allen zugänglich zu machen. „Der Einstieg ist nicht ganz einfach und man muss schauen, ob es angenommen wird“ meinte Brizzi, der in einer Software-Entwicklungsfirma in Mosbach tätig ist. Die Idee sei ganz einfach: Es gäbe jemanden, der Hilfe benötigt, dann ein Gesuch erstelle und alle, die registriert sind, würden ein Push-Nachricht erhalten. Jemand der helfen möchte, nehme den Auftrag an und erledige ihn.
„Falls jemand eine App nicht bedienen kann oder kein Smartphone oder einen Computer besitzt, kann dieser sein Anliegen telefonisch an einen Lotsen im Rathaus senden, welcher dann weitervermittelt“ meinte Brizzi.
Der Datenschutz sei gewährleistet und die Daten würden nicht an Dritte weitergegeben oder für Werbezwecke genutzt. Die Telefonnummer erhalte nur der Helfer/die Helferin und die Teilnahme könne jederzeit beendet werden, wobei die Daten auf Wunsch vollständig gelöscht würden.
Obwohl die App ausgiebig getestet worden sei, könnten Fehler auftreten, welche behoben werden könnten. Daher gilt zunächst einmal eine Testphase von ca. drei Monaten. Der Prototyp der App wurde den Teilnehmern dann über Handys demonstriert. Der Hauptgedanke war es für Brizzi, die Sache auch für junge Leute zugänglich und cool zu machen. Und erste Erfolge haben sich bereits am Eröffnungsabend eingestellt. Etwa 20 Aufnahmegesuche von Helferinnen und Helfern wurden bereits ausgefüllt und auch einige, die Hilfe benötigen, haben sich schon registriert. Somit kann die Testphase sofort gestartet werden. Die ersten Ergebnisse werden dann zeigen, wie weiter verfahren wird.
Ein rundum gelungener Start ist auf alle Fälle das Ergebnis der Veranstaltung.