Epfenbach
Von Rainer Ohlheiser
Die Ausrückegemeinschaft der Wehren aus Epfenbach, Reichartshausen und Spechbach zog kürzlich wieder eine größere Übung durch. Als Brandobjekt diente diesmal der Katholische Kindergarten in Epfenbach. Unter den vielen Schaulustigen weilten auch Epfenbachs Bürgermeister Pascal Wasow und Spechbachs Ortsoberhaupt Werner Braun sowie einige Gemeinderäte. Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Schilling aus Reichartshausen konnte wegen des gleichzeitig stattfindenden Ehrenamtsabends nicht anwesend sein. Fabian Hafner und Thomas Wilczek von der Epfenbacher Wehr hatten das Übungsszenario geplant und organisiert. Angenommen wurde, dass es im Obergeschoss des Krippengebäudes an einem Vormittag unter der Woche zu einem Schwelbrand gekommen ist. Durch einen technischen Defekt der Rauchmelder blieb der Brand in dem während des Kindergartenbetriebs ungenutzten Bereich unentdeckt und konnte sich so weiter ausbreiten. Als um die Mittagszeit eine Erzieherin den Besprechungsraum im Obergeschoss betrat bekam das nur schwelende Feuer Sauerstoff und es kam zur Durchzündung, wobei es schlagartig im gesamten Obergeschoss zu brennen begann. Die Erzieherin wurde wegen der Druckwelle bzw. der Flammenwand im Treppenhaus zu Boden geworfen und blieb dort bewusstlos liegen. Durch das auflodernde Feuer breitete sich der Rauch im Erdgeschoss aus, wo er im Treppenhaus am ersten Rauchmelder Alarm im gesamten Kindergarten auslöste. Dem Notfallplan entsprechend wurden die Kinder evakuiert und in die danebenliegende katholische Kirche gebracht. Nach dem Anruf der Kindergartenleiterin alarmierte die Leitstelle per Vollalarm die drei Wehren. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte quoll dichter Rauch und Flammen aus den Fenstern im Obergeschoss der Krippe. Eine Person befand sich bewusstlos im Treppenhaus des Brandgebäudes und eine weitere, nicht gehfähige Person, bei Bewusstsein im Untergeschoss des Kindergartengebäudes. Die Wehrangehörigen hatten durch extrem viele geparkte Fahrzeuge starke Schwierigkeiten, zum Einsatzort zu kommen bzw. mussten aus einem Hydranten etwas weiter weg Wasser entnehmen. Dies kostete natürlich Zeit. Die Epfenbacher Wehr führte die Brandbekämpfung durch und rettete die verunfallte Person aus der Krippe. Die Spechbacher Wehrangehörigen nahmen eine Riegelstellung zum Nachbargebäude und dem Hauptgebäude des Kindergartens vor und waren in Bereitstellung zur Brandbekämpfung. Die Rettung der verletzten Person aus dem Untergeschoss nahmen die Wehrangehörigen aus Reichartshausen vor. Holger Rudewig von der Spechbacher Wehr übernahm die Moderation. „Es war eindrucksvoll, wie viele Sachfragen von den Eltern und Kindern zu dem Geschehen gestellt wurden“ meinte er im Nachgang. Nach dem Einsatz war auch die vorgenommene Einsatzhygiene sehr interessant. Die Grundreinigung der unter Atemschutz im Einsatz befundenen Wehrleute und das Wechseln der Kleidung wurde demonstriert. „Die vielen Kunststoffe verursachen Dreck und seit etwa zwei Jahren haben wir die Hygiene forciert. Um eine Unterscheidung zu haben kleiden sich die Helfer mit gelben Überziehkleidern und die im Einsatz befundenen Atemschutzgeräteträger mit weißen“ erläuterten Fabian Hafner und Thomas Wilczek. Insgesamt waren 45 Personen im Einsatz. Im Vorfeld hatte die Organisation „Dokumentation und Kommunikation“ schon Planspiele mit Führungskräften veranstaltet mit einer Führung durch die Räumlichkeiten. Kindergartenleiterin Sabrina Dziuba hatte sich mit ihrem gesamten Personal von insgesamt 13 Erzieherinnen zur Übung eingefunden. „Wichtig ist es, auf alles vorbereitet zu sein, wenn der Ernstfall kommen sollte. Die Übung war schon länger in Planung und wurde zu Jahresbeginn final gemacht“ meinte sie. Einbezogen waren lediglich die Vorschulkinder und die Vorschulinder des nächsten Jahres, da es eine Abendveranstaltung und eine aufregende Sache gewesen sei. Die anstehende Übung sei schon tagsüber das Gesprächsthema Nummer 1 gewesen. „Für die anwesenden 17 Kinder hat es recht viel gebracht. Sie haben gelernt, ruhig zu bleiben. Alle waren ziemlich aufgeregt, als der laute Alarm kam. Es ist alles wie vereinbart abgelaufen und hat perfekt funktioniert“ bilanzierte die Leiterin. Auch die Eltern waren voll des Lobes. So meinten Carolin Ernst und Dorothea Dengel unisono: „Es ist super, zu sehen, wie der Ablauf bei einem solchen Notfall ist. Die Kinder wurden dafür sensibilisiert und ihnen wurde gezeigt, was zu tun ist. Die verschiedenen Schritte wurden auch anschaulich dargestellt. Es dauert doch einige Zeit, bis es zur Rettung der Personen kommt und es war auch für uns Erwachsene sehr interessant. Es ist ein enormer Zeitaufwand, der betrieben werden muss, auch für die Reinigung hinterher. Es steckt viel mehr dahinter als einfach: Kommen und löschen“ meinten die beiden Mütter. Zur Verpflegung hatte der Elternbeirat einen kleinen Imbiss aufgebaut. Für die Wehrangehörigen gab es nach der Einsatzkritik vom Epfenbacher Kommandanten Jörg Ernst, die durchweg positiv ausfiel, Verpflegung durch Sandra und Marco Kirsch.