Epfenbacher Kerwe | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Familie aus Mückenloch zu Besuch bei der Kerwe – Partystimmung über vier Tage hinweg

Epfenbacher Kerwe

Wieder einmal ließ die Kerwe keine Wünsche offen und Jung und Alt kamen auf ihre Kosten. Zu der Sause war auch Michaela Hinz mit ihrem Mann Marcel und den Kindern Sophie (10) und Felix (9) aus Mückenloch auf den Marktplatz gekommen. „Ich arbeite hier in Epfenbach und kenne daher viele Leute. Die Veranstaltung gefüllt uns sehr gut und es herrscht eine tolle Stimmung. Wir waren noch nie bei der Kerwe hier und freuen uns, bekannte Gesichter zu sehen und ideal ist auch der Spielplatz gleich nebenan. Die Kinder haben durch das Fußballspielen bei den Turnieren der E-Junioren auch öfter Berührungspunkte mit Epfenbach. Am Markttag sind wir jedes Jahr mit dabei, mittags mit den Kindern und abends dann ohne. Aber zur Kerwe werden wir künftig auch wieder vorbeischauen“ meinte sie. Nachdem die Kirchweih vor drei Jahren durch Initiative einiger Vereine wieder mehr auflebte, war die Resonanz erneut überwältigend.

Es begann mit dem Haxenfest der Freien Wähler. 120 Haxen, 40 heiße Würste und 20 Portionen Folienkartoffeln mit Kräuterquark gingen über die Theke. Die offizielle Eröffnung der Kirchweih erfolgte einen Tag später durch Kerwepfarrer Friedbert Ziegler und Bürgermeister Pascal Wasow.

Die beiden liefen mit der Kerweschlumpel „Epfeline III“ im Ziehwagen auf den Marktplatz ein. In Reinform und Mundart präsentierte Ziegler seine Kerwepredigt. Er sagte u.a.: „Ich grieß eich heit obend als Epflbacher Kerwepfarrer, do uff äm Marktplatz vor der ehemalige Krone, die isch jo zu, un dut a niemond drin wohne. Friher war des die Hochburg unserer Kerwe, mit Bierstond, gutem Esse, un mir liesä koi Bier verderwe“. Er ging in seiner Ansprache auf die Schließung vieler Wirtshäuser ein und stellte in diesem Zusammenhang das neue Kerwe-Konzept vor, an dem einige Vereinsvertreter beteiligt waren. Der Kerwepfarrer präsentierte das Programm, das für alle Geschmäcker etwas bot. Die Epfenbacher Kerwe erklärte er am Ende seiner Ausführungen als geweiht und offen. Bürgermeister Pascal Wasow erwähnte, dass die Kerwe etwas ganz Besonderes sei, an der er für vier Tage „entmachtet“ werde und den Rathausschlüssel an den Kerwepfarrer abgab. „Es ist toll, was sich in den letzten Jahren entwickelt hat“ meinte Wasow. Aufgrund der Entmachtung des Ortsoberhauptes blieb es Kerwepfarrer Friedbert Ziegler vorbehalten, das Fass anzustechen, was nach kleinen Anlaufschwierigkeiten dann auch klappte. Mit dem Epfenbacher Kerwelied endete die kleine Eröffnungsfeier und der große Trubel begann. Die Kerweschlumpel „Epfeline III.“ wurde von Heike Oberstatter, Judith Frenzl und Jessica Kretz, allesamt Mitglieder bei den Landfrauen, entworfen. „Anfang August haben wir uns getroffen und alles besprochen und Mitte August war alles schon fertig. Wir haben den Rohling mit Styropor und Stroh, letzteres gesponsert von Herbert Ziegler, ausgestopft. Das Gesicht haben wir mit einer Strumpfhose und Knöpfen erstellt, ihr eine Perücke aufgesetzt und gebrauchte Kleidung angezogen“ meinte Heike Oberstatter. Das Ganze habe ca. vier Stunden gedauert. Eine Verbrennung sei allerdings am Ende nicht geplant, da die Feuerwehr beauftragt werden und das Landratsamt hierfür eine Genehmigung ausstellen müsste. Unabhängig davon wird es im nächsten Jahr eine komplett neue Kerweschlumpel geben.

Bei der Musik von DJ Pedro wurde am Samstagabend kräftig das Tanzbein geschwungen. Gut gehen lassen konnten es sich die Besucherinnen und Besucher, ob Jung oder Alt, bei der Bewirtung durch den VfB-Förderverein, dem über die gesamte Kerwedauer von der VfB-AH betreuten Bierwagen und die Aperolbar sowie der aufgestellten Hüpfburg, die erneut von der Firma Taxi-Streib gesponsert wurde. Auch die erste „Kerwe-Polonaise“ durfte natürlich nicht fehlen. Das bunte Kerwetreiben ging dann sonntags bei perfektem Spätsommerwetter weiter. Der Gesangverein Liederkranz öffnete das Gasthaus „Zum Rössel“, wo Burgunder Rinderbraten und Rindergulasch reißenden Absatz fanden. Kaffee und Kuchen sowie Eiscafé präsentierten die Landfrauen. Döner bis zum Abwinken wurde dann von der Familie Simsek serviert. Viel Anklang fand auch die attraktive Spielstraße des Vereins „Demokratiebrunnen“ aus der Brunnenregion. Der 2. Vorsitzende Albert Weidinger erläuterte: „Den Verein gibt es seit eineinhalb Jahren. Er ging aus einer Bürgerinitiative hervor. Wir wollen Demokratie leben und vermitteln. Wir versuchen, Ortschaften sowie Jung und Alt zu verbinden nach dem Motto: Miteinander, nicht gegeneinander. Unsere Aktionen werden gefördert von Lago, der Landesarbeitsgesellschaft für offene Kinder- und Jugendarbeit Baden-Württemberg.“ Der Verein für Heimatpflege führte im Heimatmuseum eine Präsentation über die Geschehnisse in Epfenbach in der Zeit von 1986 bis 2011 vor, welche mit Kommentaren des Mitgliedes Willy Awe unterlegt waren. Hier waren u.a. zu sehen: der 10. Markttag im Jahr 1988, der Umbau des Rathausplatzes 1989, die Folgen des Orkans Wiebke 1990, das Hochwasser im Jahr 1994, die Erweiterung der Sport- und Kulturhalle 1997, der Römertag 2005 und die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses 2008.

Großen Anklang fand wieder das Bobbycar-Rennen in der Friedhofstraße durch die Freien Wähler. Es war der angekündigte Riesenspaß für die ganze Familie mit vielen „Zaungästen“. Stark frequentiert war auch das Kinderschminken des Musikvereins. Traditionell führt der Turnverein am heutigen Montag ein Weißwurstfrühstück mit Brezeln und süßem Senf zum Kerweausklang im Außengelände des Schützenhauses durch. Am Nachmittag ist die Landmetzgerei für die Verköstigung durch Steaks und Würste verantwortlich. Mit einem Trauerzug wird dann die Kerweschlumpel heute um 19.00 Uhr verabschiedet und die Kerwe damit offiziell beendet.

Von Rainer Ohlheiser