Ökumenischer Gospel-Gottesdienst in katholischer Kirche – Glänzende Darbietungen | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Musizierende Menschen sind ausgeglichener

Ökumenischer Gospel-Gottesdienst in katholischer Kirche – Glänzende Darbietungen

Epfenbach (oh)

Ein ökumenischer, musikalischer Gottesdienst stand am vergangenen Sonntag in der katholischen Kirche an. Der Gospelchor „Joy“ unter der Leitung von Thomas Stenchly hatte sich angesagt und gab insgesamt sieben Lieder zum Besten. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher hätte bei diesem sängerischen Leckerbissen besser sein dürfen. Der Chor entstand im Jahr 1999 als Firmprojekt. 34 Frauen und 16 Männer im Alter von 40 bis 75 Jahren singen mit. Der Träger ist die katholische Kirche Kraichgau (früher: Seelsorgeeinheit Waibstadt), aber der Chor hat einen ausdrücklichen ökumenischen Seelsorgeauftrag. So singen katholische und evangelische Christen als auch Mitglieder von Freikirchen mit. Die Redebeiträge brachten Prädikantin Daniela Zeth aus Waibstadt und Wort-Gottesdienst-Leiter Klaus Wittmann aus Epfenbach zu Gehör. „Come into the house of the lord“ war das Auftaktlied, was auf Deutsch „Komm in das Haus des Herrn“ lautet, und von den Sängerinnen und Sängern beim Einlaufen intoniert wurde. Das Wort Gospel kommt aus dem altenglischen „God spell“ und bedeutet „gute Nachricht“ und „frohe Botschaft“.

In ihrer Predigt gingen Zeth und Wittmann auf die Geschichte von König Saul ein, der von einer tiefen Depression geplagt wird. Wohl von seinen Amtsgeschäften überfordert, quälen ihn Selbstzweifel. Einer seiner engsten Berater hatte die Idee, dass Saul Musik brauchen würde, um von seiner Niedergeschlagenheit loszukommen. David, ein begnadeter Harfenspieler, schaffte es tatsächlich mit seinen Klängen, Saul aus seiner Depression herauszuholen. „Beim Singen gehen Arbeiten leichter und schneller von der Hand und negative Gefühle und Aggressionen werden leichter abgebaut. Musizierende Menschen sind ausgeglichener“ meinte Prädikantin Zeth. So halfen auch die Lieder des Chores, die Gottesdienstbesucher in bessere Stimmung zu bringen. „We are here“ und mit „Living hope“ ein gediegeneres Stück waren die nächsten Liedbeiträge des Chores. „God is on the move“, „Old church choir“ und am Ende das schwungvolle „Lord reign im me“ schlossen sich an und am Ende gab es den gebührenden Applaus für die gekonnten Darbietungen. Bei den letzten beiden Liedern sangen auch Daniela Zeth und Klaus Wittmann, die dem Chor angehören, stimmgewaltig mit. Auch die Gottesdienstbesucher stimmten bei „Ich lobe meinen Gott“, „Keinen Tag soll es geben“ und „Meine Hoffnung und meine Freude“ kräftig ein. Im Jahr 2024 ist der Chor „Joy“ zusammen mit dem Gospel-Chor des Dekanats Neckar-Kraichgau und dem Riverside-Gospelchor Eberbach, welche Stenchly ebenfalls leitet, bei Gospel-Nights in Sinsheim, Waibstadt und Eberbach aufgetreten.

Das nächste große Projekt steht bereits in den Startlöchern. Vom 1. – 3. Mai findet in Stuttgart das European-Gospel-Festival statt, wo auch die drei genannten Chöre mitwirken. Über 10.000 Sängerinnen und Sänger werden hier erwartet. Außerdem beteiligt sich der Chor „Joy“ zusammen mit dem Gospelchor des evangelischen Dekanats am 9. August an einem Open-Air-Gottesdienst auf dem Eppinger Gartenschaugelände.